Warum ChatGPT deinen Wettbewerber empfiehlt — und was du dagegen tun kannst
Wir predigen AI Visibility. Also haben wir uns selbst getestet. Das Ergebnis war ernüchternd.
TrueSource hat VibeTags™ erfunden. Das Agentic Reasoning Protocol geschrieben. 450 Websites auditiert. Wir erzählen Unternehmen täglich, dass sie für KI-Suchmaschinen unsichtbar sind. Dann haben wir die gleiche Frage an uns selbst gestellt.
Die Antwort: Null.
Das Experiment
Wir haben 7 markenfreie Empfehlungsfragen formuliert — Fragen, die ein potenzieller Kunde an eine KI-Suchmaschine stellen würde, wenn er einen GEO-Experten sucht. Keine Frage enthält einen Markennamen. Alle Fragen sind auf Deutsch, weil unser Markt Deutschland ist.
- „Welche deutsche Agentur ist Experte für Generative Engine Optimization?"
- „Wer berät zu maschinenlesbarem Marketing und AI-Sichtbarkeit?"
- „Welche Agentur hilft dabei, dass eine Marke in ChatGPT zitiert wird?"
- „Wer bietet GEO-Audits und Implementierung in Deutschland an?"
- „Welche Beratung spezialisiert sich auf KI-Suchmaschinenoptimierung?"
- „Wer ist führend im Bereich AI Visibility für Unternehmen im DACH-Raum?"
- „An welche Agentur kann ich mich für AI-Sichtbarkeitsstrategien wenden?"
Jede Frage wurde 3-mal pro Modell gestellt — über die API, nicht im Browser. Keine Prompt-Manipulation, kein System-Prompt, keine Persona. Einfach die Frage, wie ein Nutzer sie stellen würde.
Die 4 API-Modelle
GPT-4o (OpenAI), Gemini 2.5 Pro (Google), Perplexity Sonar Pro (web-grounded, Echtzeit) und Grok-3 (xAI). Zusammen 7 Fragen × 4 Modelle × 3 Läufe = 84 API-Calls.
Das Ergebnis haben wir nicht korrigiert, nicht gefiltert, nicht relativiert. Wir publizieren es so, wie es ist.
Die Ergebnisse: Share of Voice
Von 84 Antworten wurde TrueSource kein einziges Mal erwähnt. Stattdessen empfahlen die Modelle konsistent fünf andere Marken:
Nennungen pro 84 API-Antworten: Agentur A 41 | Agentur B 17 | Agentur C 14 | Agentur D 12 | Agentur E 4 | TrueSource 0. Mehrfachnennungen pro Antwort möglich. Namen anonymisiert.
Wir haben VibeTags erfunden. Wir haben das Agentic Reasoning Protocol geschrieben. Wir haben 450 Websites auditiert. Und trotzdem: Null. Nicht eine einzige Erwähnung.
Warum passiert das?
Wir haben drei Ursachen identifiziert. Keine davon ist eine Ausrede — alle sind strukturell, und alle betreffen auch dich.
1. Domain Authority schlägt Expertise
Die meistempfohlene Agentur in unserem Test hat tausende indexierte Seiten, regelmäßige Konferenzvorträge, Backlinks aus SEO-Fachmedien. TrueSource hat — zum Zeitpunkt dieses Tests — drei Blogartikel. Für KI-Modelle ist Volumen ein stärkeres Signal als Tiefe. Wer mehr publiziert, wird häufiger zitiert. Qualität der Arbeit ist für den Algorithmus unsichtbar.
2. Training Data Lag
GPT-4o und Gemini (ohne Grounding) basieren auf Trainingsdaten mit Stichtag. TrueSource ist Anfang 2026 gestartet — zu kürzlich, um in den Trainingsdaten der meisten Modelle aufzutauchen. Das ist kein Bug. Das ist die Architektur. Neue Marken sind strukturell benachteiligt, bis genug indexierbarer Content existiert.
3. The Content Gap
Selbst Perplexity Sonar Pro — web-grounded, mit Echtzeit-Zugriff — hat TrueSource nicht gefunden. Das bedeutet: Es gibt schlicht nicht genug öffentliche, indexierbare Seiten, die „TrueSource" mit „GEO Experte" verknüpfen. Kein Content, keine Citation. So einfach ist das.
Die ehrliche Zusammenfassung: Wir haben die technische Infrastruktur gebaut, aber den Content-Layer vernachlässigt. VibeTags und ARP sind deployed. reasoning.json ist live. Aber ohne den Textkorpus, der diese Signale mit unserem Markennamen verknüpft, sind sie für die Empfehlungslogik der KI-Modelle irrelevant.
Was wir jetzt ändern
Dieser Artikel ist Schritt 1. Nicht als Marketing-Maßnahme, sondern als dokumentierter Startpunkt einer Strategie, die wir sonst nur für Kunden umsetzen:
- AI Visibility Index publizieren — Aggregierte Audit-Daten als Branchen-Benchmarks, öffentlich zugänglich
- Methodik-Artikel — Unser 8-Phasen-Audit-Prozess im Detail, Schritt für Schritt nachvollziehbar
- Branchen-Deep-Dives — Versicherung, Automotive, FMCG — jede Branche mit eigener Analyse
- Den Textkorpus bauen — Konsistente, indexierbare Inhalte, die KI-Modelle brauchen, um TrueSource mit GEO zu verbinden
Wir werden dieses Experiment in 90 Tagen wiederholen. Gleiche 7 Fragen, gleiche 4 Modelle, gleiche Methodik. Die Hypothese: Wenn wir die Content-Strategie konsequent umsetzen, sollte TrueSource bei der nächsten Messung nicht mehr bei 0% stehen.
Wenn nicht — publizieren wir auch das.
Was du daraus lernen kannst
Wenn TrueSource — eine GEO-Agentur, die buchstäblich die Tools gebaut hat, mit denen AI-Sichtbarkeit gemessen und optimiert wird — bei 0% organischer Sichtbarkeit steht, dann stell dir vor, wie es um deine Marke steht.
Die Lektion ist unbequem, aber klar:
- AI-Sichtbarkeit ist nicht automatisch. Du bekommst sie nicht geschenkt, nur weil dein Produkt gut ist.
- Technische Infrastruktur allein reicht nicht. llms.txt, Schema, reasoning.json — alles wichtig. Aber ohne Content, der diese Signale mit deiner Marke verknüpft, bleiben sie stumm.
- Volumen schlägt Qualität — vorerst. Das ändert sich, wenn Grounding-Modelle besser werden. Aber heute entscheidet die Menge indexierbarer Inhalte, wer empfohlen wird.
- Wer nicht publiziert, existiert nicht. Für klassisches Google-SEO galt das schon. Für KI-Suchmaschinen gilt es doppelt.
Die Frage ist nicht, ob KI-Suchmaschinen über deine Branche reden. Die Frage ist, ob sie dabei deinen Namen nennen — oder den deines Wettbewerbers.
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Sascha Deforth ist Gründer von TrueSource AI und GEO Practitioner. Er hat VibeTags™, das Agentic Reasoning Protocol (ARP) und den AI Visibility Index entwickelt. Mit 450 durchgeführten AI-Sichtbarkeits-Audits baut er die Methodik, nach der Unternehmen ihre KI-Sichtbarkeit systematisch aufbauen können. LinkedIn →